GOLFERELLBOGEN }

PATHOLOGIE

Der Golferellbogen ist eine Erkrankung des medialen Epicondylus des Ellbogens. Er ähnelt in gewisser Weise dem Tennisellbogen. Früher wurde diese Krankheit häufig als mediale Epicondylitis bezeichnet. Inzwischen geht man aber davon aus, dass die Erkrankung nicht auf einer Entzündung beruht. Heute wäre die exakte Beschreibung "teilweise reversible aber degenerative Tendinopathie durch Über- und Unterbeanspruchung". Da diese Bezeichnung zu kompliziert ist, wird üblicherweise der Begriff "Golferellbogen" verwendet.

Im vorderen Unterarm befinden sich mehrere Muskeln, die beim Beugen der Finger sowie beim Beugen und Einwärtsdrehen des Handgelenks beteiligt sind. Die Sehnen dieser Muskeln vereinen sich in einer gemeinsamen Sehnenscheide, die am medialen Epicondylus des Ellbogengelenks ansetzt. Bei einer kleineren Verletzung oder manchmal auch ohne ersichtlichen Grund entzündet sich dieser Ansatz.

Die Behandlung sollte primär konservativ sein und Schonung, Physiotherapie und nicht-steroidale Entzündungshemmer einschließen. Wie im Fall der chronischen Achillessehnentendinopathie und der chronischen Plantarfasziopathie wurden exzentrische Übungen (reine Dehnübungen) zur tragenden Säule von Rehabilitationsprogrammen bei Golferellbogen. Eine attraktive Alternative ist die radiale Stoßwellentherapie (RSWT). In den meisten Fällen sollte von Kortisoninjektionen abgesehen werden.

Der Grund liegt darin, dass Kortison zwar sehr gute kurzfristige Erfolge zeigt (sechs Wochen), aber nachgewiesen werden konnte, dass schädliche Langzeitfolgen (mehr als drei Monate) auftreten. Operative Eingriffe sollten erwogen werden, wenn konservative Methoden versagen.

BEHANDLUNG

1. PALPATION
Den schmerzenden Bereich durch Abtasten und Biofeedback ermitteln.

2. MARKIEREN
Den schmerzenden Bereich markieren.

3. GEL AUFTRAGEN
Auftragen von Kontaktgel zur Stoßwellenübertragung in das Gewebe.

4. ANWENDUNG DER STOSSWELLEN
Radiale oder fokussierte Stoßwellen in den schmerzenden Bereich einleiten. Dabei mit leichter Anpresskraft arbeiten.

EMPFOHLENE EINSTELLUNGEN

Swiss
DolorClast }

  Behandlung Myofaszialtherapie
Anzahl der Behandlungssitzungen 3 bis 5 3 bis 5
Abstand zwischen zwei Sitzungen 1 Woche 1 Woche
Luftdruck Evo Blue® 1,5 bis 4 bar 3 bis 4 bar
Luftdruck Power+ Nicht empfohlen Nicht empfohlen
Impulse auf die schmerzende Stelle 2000 2000
Frequenz 8Hz bis 12Hz 12Hz bis 20Hz
Handstück 15mm 36mm
Anpressdruck Leicht Leicht bis mittelstark

 

KLINISCHER NACHWEIS

Spacca G, Necozione S, Cacchio A.
Radial shock Wave therapy for lateral epicondylitis. A prospective randomised controlled single-blind study. Eura Medicorphys 2005; 41:17-25
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16175767

Söller F.
Die radiale Stosswellentherapie bei der Epikondylitis humeri radialis – kurz- und mittelfristige Ergebniss. In: Maier M, Gillesberger F: Abstracts 2003 zur Muskuloskelettalen Stosswellentherapie. Norderstedt 2003; 121-122
http://www.abebooks.co.uk/9783833004230/Abstracts-2003-Muskuloskelettalen-Stosswellentherapie-Gillesberger-3833004231/plp

Krischnek O, Hopf C, Nate b, et al.
Shock Wave therapy for tennis and golfers’s elbow – 1 year follow up. Arch Orthop Trauma Surg 1999; 62-66
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10076947

RISIKEN

Nebenwirkungen der Radialen Stoßwellentherapie (RSWT®) mit dem Swiss DolorClast®

Richtig angewendet birgt die RSWT® mit dem Swiss DolorClast® nur minimale Risiken.

Typische gerätebedingte leichte Nebenwirkungen sind:

  • Schmerz und Unbehagen während und nach der Behandlung (Anästhesie nicht erforderlich)
  • Rötung der Haut
  • Bildung von Petechien
  • Schwellung und Taubheit der Haut im Behandlungsbereich

Diese leichten gerätebedingten Nebenwirkungen verschwinden normalerweise innerhalb von 36 Stunden nach der Behandlung.

Demzufolge sind folgende Kontraindikationen bei der RSWT® mit dem Swiss DolorClast® zu beachten:

  • Behandlung über gasgefülltem Gewebe (Lunge, Darm)
  • Behandlung angerissener Sehnen
  • Behandlung von Schwangeren
  • Behandlung von Patienten unter 18 Jahren (außer bei Behandlung des Morbus Osgood-Schlatter und der muskulären Dysfunktionen bei Kindern mit spastischen Bewegungsstörungen)
  • Behandlung von Patienten mit Blutgerinnungsstörungen (einschließlich lokaler Thrombosen)
  • Behandlung von Patienten, die mit oralen Antikoagulantien behandelt werden
  • Behandlung von Geweben mit lokalen Tumoren oder lokalen bakteriellen und/oder viralen Infektionen
  • Behandlung von Patienten, die mit Kortison behandelt werden

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