PEYRONIE
KRANKHEIT }

PATHOLOGIE

Die Induratio penis plastica, auch Peyronie-Krankheit genannt, ist eine erworbene Krümmung des Penis, die erektile Dysfunktion verursachen kann. Wenn vorhanden, treten früh im Krankheitsverlauf Schmerzen auf und verringern sich mit der Zeit.

Die Diagnose basiert auf dem klinischen Bild. Auf mikroskopischer Ebene ist die Krankheit durch Ablagerungen von Kollagen und Fibrin und eine Verringerung der elastischen Fasern charakterisiert, was zur Bildung von Plaques im Bereich der Tunica albuginea führt. Diese Vernarbung des Penis führt zu seiner Biegung während der Erektion.

Es wird diskutiert, ob diese Ablagerungen von Kollagen und Fibrin das Ergebnis von mikroskopisch kleinen Verletzungen und die Peyronie-Krankheit somit das Ergebnis abnormer Wundheilung sein könnten. Gestützt wird diese Annahme durch den Befund, dass Weichteilverletzungen zu einer gesteigerten Expression des transformierenden Wachstumsfaktors β1 (TGF-β1) führen können, was möglicherweise eine entzündliche und profibrotische Kaskade mit nachfolgender Ablagerung von Kollagen auslösen kann. Allerdings sind die genauen Mechanismen, die der Erkrankung zugrunde liegen, bis heute nicht richtig verstanden.

Etwa 1-3% aller Männer, am häufigsten in einem Alter zwischen 40 und 70 Jahren, bekommen die Peyronie-Krankheit. 20-40% aller Patienten berichten über erektile Dysfunktion und bei bis zu 77% aller Patienten hat die Erkrankung teilweise erhebliche psychische Auswirkungen. Seit der Einführung von Sildenafil ("Viagra") hat sich die Anzahl der Patienten offenbar erhöht.

Kein therapeutischer Ansatz ergab verlässliche Ergebnisse oder ein Verschwinden der Symptome, was auch auf das fehlende Verständnis der der Erkrankung zugrunde liegenden Mechanismen zurückzuführen ist. Alle heute verwendeten therapeutischen Möglichkeiten zielen auf die Manipulation von Komponenten der Wundheilung ab, darunter die orale Verabreichung von Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren, dem Antioxidanz Coenzym Q10 sowie Pentoxifyllin (ein unspezifischer Inhibitor der Phosphodiesterase mit antifibrotischen und anti-inflammatorischen Eigenschaften). Andere therapeutische Strategien umfassen topische Anwendung von Verapamil, Trifluoperazin oder Magnesiumsulfat, Iontophorese, intraläsionale Injektion von Kortikosteroiden, Kollagenase, Verapamil und Interferon alpha, Strahlentherapie und penile Traktionsbehandlung.

Vor Kurzem wurde gezeigt, dass auch radiale Stoßwellentherapie (RSWT) die Peyronie-Krankheit wirksam behandelt. Die spezifischen molekularen und zellulären Wirkmechanismen der RSWT bei der Behandlung der Peyronie-Krankheit sind noch unbekannt, aber aller Wahrscheinlichkeit nach stehen sie im Zusammenhang mit ihren bewiesenen positiven Auswirkungen auf die Wundheilung.

BEHANDLUNG

1. PALPATION
Den schmerzenden Bereich durch Abtasten und Biofeedback ermitteln.

2. MARKIEREN
Den schmerzenden Bereich markieren.

3. GEL AUFTRAGEN
Auftragen von Kontaktgel zur Stoßwellenübertragung in das Gewebe.

4. ANWENDUNG DER STOSSWELLEN
Radiale oder fokussierte Stoßwellen in den schmerzenden Bereich einleiten. Dabei mit leichter Anpresskraft arbeiten.

EMPFOHLENE EINSTELLUNGEN

Swiss
DolorClast }

  Treatment
Anzahl der Behandlungssitzungen 3 bis 5
Abstand zwischen zwei Sitzungen 1 Woche
Luftdruck Evo Blue® 2 bis 4 bar
Luftdruck Power+ Nicht empfohlen
Impulses 2000 impulse
Frequency 8Hz bis 12Hz
Handstück 15mm
Skin pressure Leicht

KLINISCHER NACHWEIS

Palmieri A, Imbimbo C, Longo n, et al.
A first prospective, randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial evaluating extracorporeal shock wave therapy for the treatment of Peyronie’s disease. Eur Urol 2009; 56: 363-369
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19473751

RISIKEN

Nebenwirkungen der Radialen Stoßwellentherapie (RSWT®) mit dem Swiss DolorClast®

Richtig angewendet birgt die RSWT® mit dem Swiss DolorClast® nur minimale Risiken.

Typische gerätebedingte leichte Nebenwirkungen sind:

  • Schmerz und Unbehagen während und nach der Behandlung (Anästhesie nicht erforderlich)
  • Rötung der Haut
  • Bildung von Petechien
  • Schwellung und Taubheit der Haut im Behandlungsbereich

Diese leichten gerätebedingten Nebenwirkungen verschwinden normalerweise innerhalb von 36 Stunden nach der Behandlung.

Demzufolge sind folgende Kontraindikationen bei der RSWT® mit dem Swiss DolorClast® zu beachten:

  • Behandlung über gasgefülltem Gewebe (Lunge, Darm)
  • Behandlung angerissener Sehnen
  • Behandlung von Schwangeren
  • Behandlung von Patienten unter 18 Jahren (außer bei Behandlung des Morbus Osgood-Schlatter und der muskulären Dysfunktionen bei Kindern mit spastischen Bewegungsstörungen)
  • Behandlung von Patienten mit Blutgerinnungsstörungen (einschließlich lokaler Thrombosen)
  • Behandlung von Patienten, die mit oralen Antikoagulantien behandelt werden
  • Behandlung von Geweben mit lokalen Tumoren oder lokalen bakteriellen und/oder viralen Infektionen
  • Behandlung von Patienten, die mit Kortison behandelt werden

BLEIBEN SIE DRAN MIT DOLORCLAST

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